
Oh nein, wir müssen entscheiden?!
Entscheidungen sind keine Frage des Konsenses, sondern eine Frage der Dynamik. In einer sich schnell wandelnden Welt ist eine Entscheidung nur dann erforderlich, wenn ich nicht weiß, was die Zukunft bringt. Wo Wissen vorliegt, ist keine Entscheidung nötig – dort folgt einfach die Konsequenz der Umsetzung, z. B. in Form von Checklisten. Diese sind einfach abzuarbeiten, ohne eine Entscheidung zu treffen.
Entscheidung ist die Brücke zum Ungewissen
Entscheidungen haben eine spezifische Funktion: Sie sind immer dann erforderlich, wenn keine klaren Fakten vorliegen. Dort, wo Wissen die Oberhand hat, geht es nicht um Entscheiden, sondern um Sachbearbeitung oder Verwaltung. Wer sich auf Fakten stützt, trifft keine Entscheidungen, sondern zieht logische Schlussfolgerungen.
Doch was tun, wenn Wissen fehlt? Dann sind Gefühl und Intuition gefragt. Entscheidung ist dann notwendig, wenn sich die Zukunft nicht aus der Vergangenheit ableiten lässt. Und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Wer entscheidet und wer wird einbezogen?
Team oder Einzelne: Wer soll entscheiden?
Hier zeigt sich der Unterschied zwischen sozial legitimierten und marktrelevanten Entscheidungen. In einer Organisation gibt es Fragestellungen, die auf soziale Akzeptanz angewiesen sind:
Wo sollen die Tische im Büro stehen?
Wie organisieren wir die Parkplatznutzung?
Wie gestalten wir Team-Events oder Feiern?
Welche Nachhaltigkeitsinitiativen setzen wir im Büro um?
Solche Entscheidungen sind ideal für Teams. Sie benötigen breite Beteiligung, um Akzeptanz und Tragfähigkeit zu gewährleisten. Doch wehe, wer den gleichen Mechanismus auf marktrelevante Entscheidungen anwendet.
Marktentscheidungen: Aufgabe der Könner
Wer in dynamischen Märkten bestehen will, muss sich von der Idee verabschieden, dass "je mehr Leute mitreden, desto besser wird die Entscheidung". Diese Denkweise führt oft zu faulen Kompromissen, die allen ein bisschen gefallen, aber niemanden wirklich begeistern und oft langfristig zu Unzufriedenheit führen. Gute Entscheidungen entstehen nicht durch Mehrheitsbeschluss, sondern durch Könner, die eine intuitive Markt- und Kundenwahrnehmung entwickelt haben.
Diese Könner sind nicht Einzelkämpfer. Sie holen sich gezielt Informationen und Ideen aus dem Team. Doch am Ende entscheiden sie allein, basierend auf ihrer Markterfahrung und Intuition. Die Herausforderung besteht nicht darin, einen Entscheidungsprozess zu demokratisieren, sondern die richtigen Könner zu identifizieren – Menschen, die sich vom Problem angezogen fühlen und sich berufen sehen, es zu lösen.